Medien und Kommunikation

Die Art, wie Menschen miteinander kommunizieren und die Medienlandschaft haben sich im letzten Jahrzehnt durch den Siegeszug des elektronischen Datenverkehrs und des Internets fundamental verändert. Dennoch sind viele Fragestellungen gleich geblieben.

"Wie viele Leute erreiche ich?" Die Reichweitenmessung ist eine grundsätzliche Aufgabe der Mediaforschung, denn die Anzahl an Rezipienten, die ein bestimmtes Medienprodukt lesen, hören oder sehen, spiegeln dessen Beliebtheit und Wert als Anzeigenträger wider. Egal, ob Print, Radio, TV oder WWW, mit ausreichend großen Stichproben lassen sich weiteste Hörerkreise, Leser/innen pro Ausgabe, Einschaltquoten, Seitenaufrufe oder Viertelstundenreichweiten auf repräsentativer Basis präzise ermitteln.

"Wie setzt sich mein Stammpublikum zusammen?" Diese Frage beantwortet eine Nutzerstrukturanalyse. Neben der soziodemografischen Zusammensetzung der Kernzielgruppe und der Cross-Verwenderschaft (d.h. welche Medienprodukte rezipiert mein Publikum noch?) sind insbesondere auch "weiche" Kategorien, wie alltagsästhetische Vorlieben, Musikgeschmäcker und thematische Interessen ausschlaggebend, die u.a. mit Instrumenten der Lebensstilforschung ermittelt werden können. Im Sinne der Kundenzufriedenheit sollte man sich dabei die Meinung seiner "Kritiker/innen" nicht entgehen lassen und die Nutzer/innen auch nach den wahrgenommenen Stärken und Schwächen des Produkts befragen.

Eine noch konkretere Antwort auf die Frage, wie ein Medienprodukt gestaltet sein soll und ob es die richtigen Inhalte erfolgreich transportiert, beantwortet ein sogenannter Copytest. Hierzu wird das Medienprodukt einer bestimmten Gruppe potenzieller Rezipienten zur Begutachtung vorgelegt. Ein solches Vorgehen eignet sich insbesondere zum Test von Werbebotschaften, um sich rechtzeitig von deren Verständlichkeit und Wirksamkeit zu überzeugen. Im Online-Bereich, bei Software oder bei sonstigen "komplexen" Produkten oder Verpackungen bietet es sich auch an, die Handhabung und Bedienbarkeit - die sogenannte Usability - z.B. an Hand von ahnungslosen Testpersonen zu erforschen. Dann weiß man nämlich noch vor der Serienreife, welches die FAQ=Frequently Asked Questions (häufig gestellten Fragen) sein werden und kann sich rechtzeitig Verbesserungen oder zumindest die Antworten überlegen.