Mobilität und Verkehr

Das Interesse an einer systematischen Beschäftigung mit Fragen des Mobilitätsverhaltens wächst Hand in Hand mit der Zunahme des Umfangs an motorisiertem Verkehr in den westlichen Gesellschaften. Waren die Ansätze sehr lange – und teils heute noch – stark technisch geprägt, so hat sich in den letzten Jahren zunehmend ein soziologisch geprägter Zugang entwickelt. Dieser Wandel hat sich auch in der Methodenwahl niedergeschlagen: Mobilität war lange Zeit ein Fachgebiet für Ingenieure, die in der Regel vom motorisierten Verkehr ausgehen und zum Beispiel in Verkehrssimulationen münden; der stärker soziologische Ansatz hingegen hat dazu geführt, dass weniger vom Phänomen insgesamt als von der Einzelperson, die das Phänomen hervorruft, ausgegangen wird. Im Bereich der Mobilitätserhebungen ist diese Entwicklung sehr schön nachzuzeichnen, wenn man die Erfassung des motorisierten Verkehrs mittels Querschnittzählungen (sehr oft ohne Berücksichtigung der Fuß- und Radwege) mit den Mobilitätserhebungen vergleicht, die auf ein sozialwissenschaftliches Instrumentarium aufbauen und damit die Möglichkeit bieten, das Phänomen nicht nur exakter zu beschreiben, sondern auch besser zu verstehen.

apollis hat Mobilitätserhebungen im sogenannten KONTIV-Design abgewandelt und an das Telefon als Befragungsmethode angepasst. An die Erfassung des tatsächlichen Mobilitätsverhaltens lassen sich sehr variable Untersuchungsmodule ankoppeln, etwa Potentialabschätzungen im Zuge der Angebotsplanung im Nahverkehr. Es liegen eine Reihe von Arbeiten in Bozen, im Ahrntal, in Trient und in Mestre vor.

Im Bereich der Kundenzufriedenheitsforschung ergeben sich Synergien mit dem apollis-Arbeitsbereich Märkte und Verbraucher: Wie können Mobilitätsangebote optimiert werden, wie können Erfahrungen der Kunden systematisch und zuverlässig erfasst werden, um die Dienstleistungsqualität zu sichern und zu verbessern?

Der Umgang mit Mobilitätsdaten beschränkt sich bei apollis nicht auf selbst erhobene Daten. Wir analysieren seit Jahren Mobilitätsdaten verschiedener Herkunft, in erster Linie für die Südtiroler Landesverwaltung und das lokale Statistikamt ASTAT.