Politik und Verwaltung

Politische Meinungsforschung ist seit den frühen Anfängen einer unserer zentralen Arbeitsbereiche. Das Spektrum reicht dabei von Wahlprognosen mittels der "Sonntagsfrage" bis hin zum Exit-Poll, also der Befragung der Wähler/innen nach dem Verlassen der Wahlkabine. Auch konkrete politische Probleme oder dringende Entscheidungen waren schon oft Gegenstand unserer empirischen Studien, z.B. die Umbenennung des Bozner Siegesplatzes in Friedensplatz oder die Zusammenlegung der Sanitätsbetriebe. Politische Meinungsforschung macht die Umsetzbarkeit und Konsensfähigkeit von Maßnahmen sowie ernstzunehmende Widerstände vorhersehbar und versorgt die öffentliche Diskussion mit empirisch gesicherten Argumenten.

In der Politik stechen zwar immer wieder mehr oder weniger charismatische Einzelpersonen hervor, doch kommen die meisten politischen Entscheidungen in der Auseinandersetzung von Parteien, Verbänden und Lobby-Gruppen zustande. Welches Gewicht diese dabei in die Waagschale werfen, hängt von ihrer Mitgliederstärke, der Wahlmacht ihrer Klientel, aber auch von ihrem allgemeinen Image ab. Wir erforschen solche Zusammenhänge mit politikwissenschaftlichen Methoden und nutzen unser Know-how aus der Markt- und Mediaforschung, um der kommunikativen Überzeugungsarbeit fundierte Impulse zu geben.

Ein gutes Beispiel für unsere Kompetenz, politische Programme wissenschaftlich zu begleiten, mitzugestalten und zu evaluieren, stellt das Pilotprojekt "Gender-Budgeting" dar. Ziel dieses vom Europäischen Sozialfonds mitfinanzierten Projekts war eine Wirkungsanalyse bestehender Leistungen einiger ausgewählter Bereiche der Südtiroler Landesverwaltung auf die Gleichstellung von Frauen und Männern im Sinne des Gender Mainstreaming.