Nahverkehr in Südtirol: Kapazitäten schaffen für noch mehr Erfolg

Helmuth Pörnbacher

Südtirol hat in den letzten Jahrzehnten viel in den Nahverkehr investiert: Vinscher Bahn, neues Rollmaterial, Contactless-Technik, Abo+: alles wichtige Schritte zu größeren Marktanteilen des Nahverkehrs, am sogenannten Modal split. Leider verteilt sich die Nachfrage im Nahverkehr aber nicht gleichmäßig über den Tag. So wie sich auch auf der Straße Spitzenbelastungen mit geringem Verkehrsaufkommen abwechseln, ist es auch im Nahverkehr. Die Planung muss aber auch im Nahverkehr auf Spitzenbelastungen ausgelegt sein. Es nützt nichts, wenn am Nachmittag halbleere Busse fahren, aber die Fahrgäste zu den Spitzenzeiten nicht aufgenommen werden können. Eine apollis-Untersuchung für die SASA AG hat schon im Jahr 2005 gezeigt, dass sich ein Drittel der potentiellen Zuwächse auf drei Tagesstunden konzentriert, und zwar auf die Stunden, in denen die Busse schon voll sind. Fazit: keine wesentliche Erhöhung der Marktanteile ohne Erhöhung der Transportkapazität. Und hier sind wir noch nicht da, wo wir sein sollten: eine neue Untersuchung aus dem Jahr 2017 zeigt, dass die größten Schwachpunkte im Bozner Nahverkehr – in den Augen der Kunden – die Kapazitäten und die Zuverlässigkeit des Dienstes sind: volle Busse, die in den Verkehrsspitzen nicht weiterkommen. Auf der Grundlage dieser Daten sind die Investitionen in Vorzugsspuren in Bozen nur folgerichtig, ebenso die Diskussion über Tramlinien mit deutlich mehr Kapazität, die gerade bezüglich Zuverlässigkeit und Kapazität dem Verkehrsmittel Bus überlegen ist.




(Quelle: Becker, Ulrich, Helmuth Pörnbacher (2017): Die Mobilität der Familien in der Gemeinde Bozen – Untersuchungswelle 2017. Hauptergebnisse zu einer empirischen Untersuchung. Bozen: apollis.)
 
 
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Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, ein getreues Abbild der tatsächlichen Bewegungen der in der Gemeinden Meran ansässigen Personen zu zeichnen
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Einstellung von Eltern zu Pflichtimpfungen
apollis hat im Auftrag der Verbraucherzentrale die Einstellung von Südtiroler Eltern zum Impfen und zum neuen Impfgesetz mit seinen Sanktionen erhoben. Dabei zeigte sich verbreiteter Ärger über die Zwangsmaßnahmen, aber auch Unsicherheit und ein starker Wunsch nach ausgewogener Information von unabhängiger Seite.
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GREAT – Get ready for activity – Ambient day scheduling with dementia
Modulares Assistenzsystem zur Unterstützung der Tagesstruktur dementer Personen
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27.01.2017
Mobilitätserhebung der Bozner Haushalte 2017
Die Gemeinde Bozen beauftragt schon seit dem Jahre 2001 das Forschungsinstitut apollis mit der Durchführung einer Mobilitätserhebung zu den Außerhaus-Bewegungen der Einwohnerinnen und Einwohner (die vorangegangenen Untersuchungen wurden 2001/2002, 2005, 2009 und 2012 durchgeführt). Die gegenwärtige Umfrage hat die Aufgabe, die erhobenen Daten zu aktualisieren, um das Verkehrsverhalten auch im Zeitverlauf zu analysieren.
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14.04.2017
Ressourcenlandkarte zur Prävention von Schulabbruch
Im Herbst 2015 wurde innerhalb des Deutschen Bildungsressorts das Rahmenkonzept zur Vorbeugung von Schulabbruch erstellt. Eine der empfohlenen Maßnahmen ist die Ausarbeitung einer landesweiten „Ressourcenlandkarte“. Das ist eine Übersicht aller Angebote zur Vorbeugung von Schulabbruch für Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren.
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03.05.2017
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Zehn Jahre lang wurde der zweijährige berufsbegleitende SoQua-Lehrgang von den außeruniversitären Sozialforschungsinstituten SORA, ZSI und FORBA in Wien abgehalten und vom österreichischen Wissenschaftsministerium finanziell gefördert. Rund 200 junge Sozialforscherinnen und Sozialforscher haben den Lehrgang in diesem Zeitraum besucht. Aus diesem Anlass hat das zuständige Bundesministerium eine umfassende Evaluierung angeregt. Diese Aufgabe hat die Lehrgangsleitung apollis übertragen.
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Aktuelle Ergebnisse
04.02.2016
Laufende Befragungen
apollis führt mit eigener Feldabteilung laufend Befragungen durch. ...