Digital und analog! Ein Plädoyer für die klassischen Informationskanäle im ÖPNV
Digitale e analogico! Un appello a non trascurare i classici canali di informazione nel trasporto pubblico.

Helmuth Pörnbacher

Die Digitalisierung hat im ÖPNV auch im Bereich Kundeninformation schon länger Einzug gehalten. Intelligente Fahrgastinformationssysteme zeigen an den Haltestellen die Abfahrtszeit dynamisch an und berechnen etwaige Verspätungen ein, Apps auf Smartphones oder Webseiten dienen der Fahrplanauskunft und verteilen kurzfristige Informationen an die Fahrgäste. In einem informationsintensiven Bereich wie dem Nahverkehr sind diese Kanäle bereits heute nicht mehr wegzudenken. Die Möglichkeiten der digitalen Helfer bergen in sich aber zwei Gefahren, denen man sich bewusst sein muss. Die erste Gefahr ist jene, dass die Möglichkeiten der digitalen Informationskanäle dazu führen, eine alte Regel der Angebotsplanung aus den Augen zu verlieren: die Einfachheit und Klarheit des Angebots. Die zweite Gefahr ist jene, die klassischen, analogen Informationskanäle aus den Augen zu verlieren und hier nicht mehr zu investieren. Dabei muss klar sein, dass nicht alle Kunden in der neuen, schönen, digitalen Welt angekommen sind. Dazu nur ein Ergebnis einer repräsentativen Erhebung unter Fahrgästen der SASA in Bozen, durchgeführt 2017 im Auftrag der Stadtgemeinde Bozen: nur 1 auf 5 Fahrgästen benutzt 2017 auf seinem Telefon eine mobile APP (etwas beliebter jene der SASA im Vergleich zu jener der Landesverwaltung). Die anderen möchten vermutlich nach wie vor an der Haltestelle informiert werden: über Fahrpläne und Linienführung, Streiks, Streckenänderungen usw. Damit wäre es fatal, Verbesserungen in diese klassischen Informationsträger hintanzustellen mit dem Argument, dass sich heute sowieso jede/r seine Infos aus dem Netz holt.



Ergebnis aus: apollis (2017): Mobilitätserhebung der Bozner Haushalte 2017.
 
 
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Aktuelle Ergebnisse
04.02.2016
Laufende Befragungen
apollis führt mit eigener Feldabteilung laufend Befragungen durch. ...